F.A.Q.

Warum soll ich Karate lernen?

Karate ist eine Kampfkunst, die den ganzen Körper gleichmäßig trainiert. Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten verwenden wir sowohl Arme als auch Beine und dabei sowohl die rechte als auch linke Körperseite. Dies führt dazu, dass alle Muskeln gleichmäßig ausgebildet werden und keine einseitigen Defizite entstehen.

Beim Karatetraining wird gekräftig, gedehnt, die körperliche Fitness gesteigert und darüber hinaus die Koordination verbessert.
All das kommt dem Trainierenden auch im Alltag zugute.

Darüber hinaus sehen wir Karate nicht nur als Sport sondern tatsächlich als Kampfkunst bei der auch die Persönlichkeit entwickelt wird.

Ich bin doch schon längst zu alt für Karate, oder?

Diese Frage wird von Anfängern öfters gestellt. Besser spät anfangen als nie! Wir hatten schon Pensionisten als

(Karate-)Anfänger.
Einer unserer Trainer hat „erst“ mit 40 Jahren zum Karate gefunden. 8 Jahre später konnte er die Prüfung zum schwarzen Gürtel (1.Dan) erfolgreich ablegen.
Der älteste Teilnehmer bei unserem regulären Karatetraining ist 70, bei unserem Seniorentraining haben wir eine Teilnehmerin mit 84 Jahren.

Karate ist doch sehr gefährlich, oder?

Karate ist viel ungefährlicher als generell angenommen wird.

Zum Beweis dafür möchten wir Ihnen einen Auszug aus einer aktuellen Verletzungsstatistik (Anzahl der Verletzungen pro 100% absolvierter Trainingseinheiten) nach Sportart präsentieren. Bilden Sie sich selbst Ihre Meinung.

Squash 8,42
Inlineskating 4,01
Bergsteigen 3,11
Radfahren 2,18
Skifahren 1,95
Tanzen 1,11
Karate 0,58
Kegeln 0,47
Minigolf 0,22

Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Sportmedizin, Zeitschrift für „Sportmedizin und Sporttraumatologie“, 58 (2), S. 38-42, Jahrgang 2010

Muss ich sehr sportlich sein, um mit Karate zu beginnen?

Körperliche Fitness ist immer von Vorteil aber nicht zwingend erforderlich. Wir nehmen beim Training auf die köperliche Konstitution unserer Teilnehmer immer Rücksicht. Sie werden merken, wie sich Ihre körperliche Verfassung mit der Zeit verbessern wird.

Ich will lernen wie man kämpft. Sind da andere Kampfsporarten nicht besser?

Generell wollen wir andere Kampfsporarten weder höher noch niedriger als Karate einstufen. Die meisten haben Ihre Daseinsberechtigung und sind einander oft nicht unähnlich.

Karate erfordert  definitiv mehr Geduld als manche andere Kampfsportarten, da man alle Techniken sehr genau erlernt, oftmals wiederholt und nicht gleich „drauflosfetzt“. Dadurch erreicht man beim Karate aber ein hohes Maß an Körperbeherrschung was die volle Ausnutzung der eigenen körperlichen Ressourcen sowie die Kontrolle der Techniken ermöglicht.

Außerdem lernt man beim Karate nicht nur WIE man kämpft, sondern auch WANN und WARUM. Es gilt: „Der wahre Meister siegt ohne zu kämpfen!“

Wielange dauert es bis ich den schwarzen Gürtel bekomme?

Das ist je nach körperlicher Konstitution, Talent aber vor allem Trainingsfleiß unterschiedlich.

Im Durchschnitt muss man etwa mit 6-7 Jahren rechnen.

Das ist in etwa vergleichbar mit dem Zeitraum von Beginn einer Lehre bis zum Abschluss der Meisterprüfung oder einem Studium an einer Universität.

Was kostet ein Karate-Anzug bzw. ein Gürtel?

Ein Karate-Anzug (Gi) liegt in einem Preisbereich von ca. EUR 40,- bis über EUR 200,-.

Erfahrungsgemäß bieten auch schon Anzüge um EUR 40,- eine so gute Qualität, dass man jahrelang damit trainieren kann. Solche Anzüge empfehlen wir vor allem für Kinder.

Ambitionierten Erwachsenen (die aus einem Anzug nicht mehr „herauswachsen“) legen wir eine gute Mittelklasse von ca.  EUR 90,- bis EUR 130,- ans Herz.

Ein Gürtel kostet ca. EUR 8,-.

Gürtel und Anzüge können über den Verein oder auch persönlich bei beliebigen Sportartikelhändlern erworben werden.

Wenn Sie selbständig einen Anzug kaufen möchten und noch keine Erfahrung auf diesem Gebiet haben, lassen Sie sich vom Händler versichern, dass er Ihnen einen Karate- und keinen Judo/Jiu Jitsu – Anzug verkauft. Die Materialien sind definitiv unterschiedlich.

Warum darf ich nicht zur Prüfung antreten aber mein Freund schon?

Vor allem Eltern von Kindern konfrontieren uns gelegentlich mit dieser Frage. Dazu ein paar Fakten zur Erklärung:

  • Wir verbieten niemandem zu einer Prüfung anzutreten, fühlen uns aber als Trainer verpflichtet eine Empfehlung abzugeben. Diese Empfehlung könnte lauten „Wir denken Du bist reif für die nächste Gürtelprüfung“ oder „Wir meinen Du solltest noch etwas warten und weiter trainieren“. Unser Ziel ist es die Durchfallsquote bei Gürtelprüfungen so gering wie möglich zu halten.
  • Die Aussage „Ich trainiere doch schon genauso lange wie mein Freund“ ist bei genauer Betrachtung kein Argument. Wir ziehen hier Parallelen zum Schulbesuch. Die Leistung bei einer Prüfung hängt von folgenden Kriterien ab:
    1. Wie oft war ich während eines bestimmten Zeitraums am Training?
    2. Wie fleißig und aufmerksam habe ich trainiert?
    3. Wie talentiert bin ich?
  • Alle von uns haben über einen Zeitraum von 4 Jahren die Volksschule besucht. Das Notenspektrum reicht von 1 bis 5, von „Sehr Gut“ bis „Nicht Genügend“ in Abhängikeit davon
    1. Wie oft wir in der Schule waren und wieviele Fehltage wir hatten
    2. Wie aufmerksam wir den Unterricht verfolgt und wie fleißig wir mitgearbeitet haben
    3. Wie talentiert wir im jeweiligen Unterrichtsfach waren

Wenn alle gleich gut wären, dann gebe es doch keine Unterschiede bei den Schulnoten, oder???

Wir als Trainer haben diese Erfahrungen im Laufe unserer „Karate-Karriere“ selbst am eigenen Leib gemacht. Nur wer regelmäßig mit Einsatz bei der Sache ist, kommt weiter.

Nicht zuletzt entscheidet auch die Begabung darüber wann man eine bestimmte Stufe erreicht, wenngleich dies beim Breitensport die am wenigsten relevante Größe ist und durch die ersten beiden Verhaltensweisen kompensiert werden kann.