Bunkai, Kyusho und Kobudo mit Robert Göslbauer, 6. Dan

Robert Göslbauer war auch in unserem Verein schon mehrmals als Gasttrainer tätig, doch diesmal reiste unser Vereinsmitglied Rainer nach Graz um ein Seminar mit Ihm zu besuchen, welches im Zeichen der Kata Hangetsu stand. Obwohl diese Kata unter anderen Namen in diversen Stilrichtungen vertreten ist, wird Sie selten praktiziert. Sie ist nicht so dynamisch wie manch andere Kata und daher bei Wettkämpfen unbedeutend. Richtig entschlüsselt bietet sie aber eine Fülle an Informationen zur Selbstverteidigung, dafür wozu Karate eigentlich geschaffen wurde.

Die Entstehung des Karate war in Okinawa und Japan über Jahrhunderte einer Männerdomäne, doch auch hier bildet die Hangetsu eine Ausnahme. Sie geht auf Yonamine Chiru zurück, der Frau des großen Karatemeisters Sokon Matsumura. Yonamine Chiru war als hübsche und gegenüber Ihren männlichen Kollegen durchsetzungsstarke Frau bekannt, die sich im Karate mit der Kata Hangetsu verewigt hat.

Die ersten beiden Stunden mit Robert hatten die Aufgabe die Techniken zu entschlüsseln und einer realistischen Anwendung mit dem Übungspartner zuzuführen. Darin liegt eine der wesentlichen Aufgaben des Karate. Die Techniken werden hier nicht in einer oberflächlichen Form angewendet, sondern situative auf den Anlassfall zugeschnitten praktiziert.

In der Folgeeinheit griffen wir abermals auf die Hangetsu zurück, allerdings mit dem Schwerpunkt Kyusho. Das ist die Kunst der negativen Vitalpunktstimulation. Im Gegensatz zu den anderen Karatetechniken werden wir keine großen Arm- oder Beinbewegungen praktiziert, sondern man konzentriert sich auf bestimmte Nervenpunkte die dem Gegner Schmerz bereiten ohne dabei permanenten Schaden zu hinterlassen.

Nach einer wohlverdienten Mittagspause übten wir uns in der Anwendung der Kata Tenryu no Kun, einer Bo-Kata. Im Gegensatz zum Karate werden im Kobudo auch traditionelle Waffen verwendet sowie der Langstock (Bo). Auch hier erschließt sich der tiefer Sinn der Bewegungen erst in der Anwendung mit dem Partner.

Den Abschluss des Lehrgangs bildete ein Einblick in Entspannungstechniken aus dem Qi Gong. Das hatten wir uns nach den vielen Stunden auch verdient. An dieser Stelle möchten wir uns bei Robert Göslbauer sehr herzlich für den lehrreichen Tag bedanken.

Das Bild wurde von Robert Göslbauer zur Verfügung gestellt! Danke!